G
Gast
Wenn sich die Gäste wie zu Hause fühlen, benehmen sie sich leider auch so.
(Danny Kaye, amerikan. Schauspieler, 1913-1987)
Gastfreundschaft
Der Sinn in den Gebräuchen der Gastfreundschaft ist: das feindliche im Fremden zu lähmen.
(Friedrich Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)
Geben
Die Kunst des schönen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in demselben Maße, wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen Zugreifens täglich allgemeiner gedeiht.
(Heinrich Heine, dt. Dichter, 1797-1856)
Gebot
Das Erste Gebot, man solle sich kein Bild von IHM machen, muß wohl vor allem als Berufsverbot für Theologen verstanden werden.
(unbekannt)
Geburtenbeschränkung
Die ungehemmte Vermehrung, als natürlicher Anspruch überall bejaht, von Kirchen und Staaten gar gefordert, ist als solche schon ein potentieller Eroberungsakt. Geburtenbeschränkung dagegen wird einst ein unumgänglicher Friedensakt sein.
(Karl Jaspers, deutscher Philosoph & Psychiater, 1883-1969)
Gedächtnis
Das gute Gedächtnis ist wie ein Sack, es behält alles. Das bessere
Gedächtnis ist wie ein Sieb, es behält nur, worauf es ankommt.
(Hellmut Walters, dt. Aphoristiker, geb. 1930)
Gläubiger haben ein besseres Gedächtnis als Schuldner.
(Benjamin Franklin, amerikanischer Staatsmann, 1706-1790)
Das Gedächtnis ist ein sonderbares Sieb. Es behält alles Gute von uns und alles Üble von
den anderen.
(Wieslaw Brudzinski, poln. Aphoristiker, *1920)
Die Natur ist gnädig: Wer viel verspricht, dem schenkt sie zum Ausgleich ein schlechtes Gedächtnis.
(Bob Hope, amerikan. Schauspieler u. Komiker, *1903)
Gedanken
Gedanken springen wie Flöhe von einem zum anderen, aber sie beißen nicht jeden.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Dumme Gedanken hat jeder, aber der Weise verschweigt sie.
(Wilhelm Busch, dt. Dichter & Zeichner, 1832-1882)
Die Menschen scheinen die Sprache nicht empfangen zu haben, um die Gedanken zu verbergen, sondern um zu verbergen, daß sie keine Gedanken haben.
(Sören Kierkegaard, dänischer Philosoph und Theologe, 1813-1855)
Achte auf Deine Gedanken, sie sind der Anfang Deiner Tat.
(chinesisches Spichwort)
Gedanken sind wie Haare. Die meisten sind wertlos, sobald sie den Kopf verlassen haben.
(Werner Mitsch, dt. Aphoristiker, *1936)
Gedanken sind nicht stets parat. Man schreibt auch, wenn man keine hat.
(Wilhelm Busch, dt. Schriftsteller, Zeichner u. Maler, 1832-1908)
Notiert euch nicht die Gedanken, die euch am Schreibtisch kommen, sondern die, die
euch auf dem Klo kommen.
(Umberto Eco, italienischer Sprachwissenschaftler & Schriftsteller, *1932)
Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.
(Marc Aurel, römischer Kaiser, 121-180)
Gedenken
Viele Gedenkminuten hätten durch Denkminuten verhindert werden können.
(Hoimar von Ditfurth, dt. Schriftsteller, *1921)
Geduld
Geduld ist die Tugend der Kraft- o. Mutlosen.
(Christine von Schweden, schwed. Königin u. Aphoristikerin, 1626-1689)
Gefühl
Es gehört viel Kraft dazu, Gefühle zu zeigen, die ins Lächerliche gezogen werden können.
(Germaine Madame de Stael, franz. Schriftst., 1766-1817)
Es ist schwerer, Gefühle, die man hat, zu verbergen, als solche, die man nicht hat, zu heucheln.
(François Herzog La Rochefoucauld, frz. Schriftsteller, 1613-1680)
Die Stärke des Charakters ist oft nichts anderes als eine Schwäche des Gefühls.
(Arthur Schnitzler, österr. Dramatiker u. Erzähler, 1892-1931)
Gegensätze
Gegensätze ziehen sich an - z.B. arme Mädchen und reiche Männer.
(Jayne Mansfield, amerikanische Schauspielerin, 1933-1967)
Bisweilen macht es Freude, einen Menschen dadurch in Erstaunen zu setzen, daß man ihm nicht ähnelt und
anders denkt als er.
(Maxim Gorki, russ. Schriftsteller, 1868-1936)
Gegner
Jeder hat seinen Lieblingsgegner. Ohne ihn wäre unser Glück nicht vollkommen.
(Le Corbusier, frz.-schweizer. Architekt, Städteplaner und Maler, 1887-1965)
Geheimnis
Wenn Du wünscht, daß ein anderer Dein Geheimnis bewahre, dann bewahre es zuerst selbst.
(unbekannt)
Leichter läßt sich eine glühende Kohle auf der Zunge halten als ein Geheimnis.
(Sokrates, griech. Philosoph, 470-399 v. Chr.)
Einem gut verheirateten Menschen ein Geheimnis anvertrauen, heißt, mindestens zwei Mitwisser haben.
(Oliver Hassenkamp, deutscher Schriftsteller, 1921-1988)
Gehirn
Das Gehirn ist nicht nur ein Gefäß, das gefüllt werden muß, sondern ein Feuer, das gezündet werden will.
(Plutarch, griech. Philosoph u. Historiker, 50-125 n. Chr.)
Das Gehirn ist ein Apparat, mit dessen Hilfe viele Menschen denken, daß sie denken.
(Julian Tuwim, poln. Lyriker, 1894-1953)
Gehorsam
Leider ist es eine typisch deutsche Eigenschaft, den Gehorsam schlechthin für eine Tugend zu halten. Wir brauchen die Zivilcourage, nein zu sagen.
(Fritz Max Bauerdt. Jurist u. Generalstaatsanwalt, 1903-1968)
Geist
Man braucht nicht geistreich zu sein, um zu beweisen, daß man begabt ist. Aber man braucht viel Geist, um zu
verbergen, daß man keine Begabung hat.
(Marcel Achard, frz. Dramatiker, 1899-1974)
Es ist ein Unglück, nicht genug Geist zu haben, um eine Rede zu halten und nicht genug Selbsterkenntnis,
um zu schweigen.
(Jean de La Bruyère, frz. Schriftsteller, 1645-1696)
Geistlose kann man nicht begeistern, aber fanatisieren kann man sie.
(Marie von Ebner-Eschenbach, österr. Schriftst. 1830-1916)
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Mann kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill, brit. Politiker, 1874-1965)
Die Trägheit unseres Geistes ist größer als die unsres Körpers.
(Francois Duc de la Rouchefoucauld, frz. Schriftst., 1613-1680)
Der Maßstab, den wir an die Dinge legen, ist das Maß unseres eigenen Geistes.
(Marie von Ebner-Eschenbach, österr. Schriftst., 1830-1916)
Man muß Geist haben, um ihn aufgeben zu können.
(Peter Bamm, dt. Schriftsteller, 1897-1975)
Der menschliche Geist ist schwach. Mehr als drei Viertel der Menschen sind für die Sklaverei des absurdesten Fanatismus geboren.
Die Furcht vor dem Teufel und vor der Hölle macht sie blind, und sie verwünschen den Weisen, der sie aufklären will. Der große Haufe unseres Geschlechts ist dumm und boshaft. Vergebens suche ich in ihm jenes Ebenbild Gottes, von dem es nach der Versicherung der Theologen den Abdruck in sich tragen soll.
(Friedrich der Große an Voltaire)
Als der Geist noch in Höhlen hauste, war er unbeachtet, aber frei.
(Bert Brecht, dt. Schriftsteller, 1898-1956)
So wie das Eisen außer Gebrauch rostet und das stillstehende Wasser verdirbt oder bei Kälte gefriert, so verkommt der Geist ohne Übung.
(Leonardo da Vinci, ital. Maler, Bildhauer u. Erfinder, 1452-1519)
Die Reiche der Zukunft sind Reiche des Geistes.
(Winston Churchill, brit. Staatsmann, 1874-1965)
Geistlichkeit
Die goldene Zeit der Geistlichkeit fiel immer in die Gefangenschaft des menschlichen Geistes.
(Friedrich von Schiller, dt. Schriftsteller, 1759-1805)
Die Geistlichkeit war von jeher eine Stütze der königlichen Macht und mußte es sein. Ihre goldene Zeit fiel immer in die Gefangenschaft des menschlichen Geistes, und wie jene sehen wir sie vom Blödsinn und von der Sinnlosigkeit ernten.
(F. Schiller, deutscher Dichter, 1759-1805)
Vom philosophischen Standpunkt aus betrachtet sind die unsittlichen Bräuche der Geistlichkeit weitaus weniger gefährlich als ihre Tugenden.
(Edward Gibbon, engl. Historiker, 1737-1784)
Die frommen Geistlichen pflegten schon im Mittelalter alles zu vögeln, was eine Vagina hatte, Ehefrauen, Jungfrauen, kleine Mädchen und wie wir nicht ohne Grund vermuten dürften, weibliche Tiere. Die Homosexualität florierte in den Klöstern seit deren Bestehen. Wo es an Männern mangelte, man den Nonnen nicht einmal die Beichtväter gönnte, mussten sie oft mit Kindern vorliebnehmen.
(Karlheinz Deschner, dt. Autor u. Kirchenkritiker, *1924)
In der Vernunft und in unserer eigenen Natur werden wir Führer haben, die viel sicherer sind als jene Götter, denen die Geistlichkeit nach ihrem Gutdünken irgendwelche Worte in den Mund legt und deren Sprache sie je nach ihren Interessen auslegt.
(Paul Thiry D'Holbach)
Geiz
Das größte Vergnügen aller Geizhälse besteht darin, sich ein Vergnügen zu versagen.
(Gottfried Benn, dt. Lyriker, 1886-1956)
Die Geizigen sind den Bienen zu vergleichen; sie arbeiten, als ob sie ewig leben würden.
(Demokrit, gr. Philosoph, 460-370 v. Chr.)
Geizhälse sind die Plage ihrer Zeitgenossen, aber das Entzücken ihrer Erben.
(Theodor Fontane, dt. Schriftsteller. 1819-1898)
Warum ich dritte Klasse reise, fragen sie? - Weil es auf diesem Schiff keine vierte Klasse gibt.
(Dagobert Duck)
Geiz ist das einzige Laster, das sich in den Augen der Nachkommen in eine Tugend verwandelt.
(Martin Held, deutscher Schauspieler, 1908-1992)
Gelassenheit
Das Rezept für Gelassenheit ist ganz einfach: Man darf sich nicht über Dinge aufregen, die sich
nicht zu ändern sind.
(Helen Vita, dt. Chansonsängerin u. Kabarettistin, 1928-2001)
Geld
Man empfindet es oft als ungerecht,
daß Menschen, die Stroh im Kopf haben,
auch noch Geld wie Heu besitzen.
(Gerhard Uhlenbruck, dt. Immunbiologe u. Aphoristiker, *1929)
Man ist kein Milliardär, wenn man seine Millionen noch zählen kann.
(Jean-Paul Getty, brit. 51facher Milliardär, 1892-1976)
Viele Menschen, manchmal besonders kluge, meinen, daß Geld alles ist. Sie haben recht.
(Ephraim Kishon, israel. Satiriker, *1924)
Als ich klein war, glaubte ich, Geld sei das wichtigste im Leben. Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt.
(Oscar Wilde, engl. Schriftsteller, 1854-1900)
Willst du den Wert des Geldes kennenlernen, geh und versuche dir welches zu borgen.
(Benjamin Franklin, amerikan. Politiker, 1706-1790)
Geld macht nicht korrupt. - Kein Geld schon eher.
Im Leben muß man wählen, Geld zu verdienen oder es auszugeben. Es bleibt nicht genug Zeit, beides zu tun.
(Edouard Bourdet, frz. Dramatiker, 1887-1945)
Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu.
(Danny Kaye, amerikan. Schauspieler, 1913-1987)
Um Geld verachten zu können, muß man es haben.
(Curd Goetz, dt. Schauspieler, 1888-1960)
Das Geld, das man besitzt, ist das Instrument der Freiheit;
das Geld, dem man nachjagt, ist das Instrument der Knechtschaft.
(Jean-Jacques Rousseau, schw.-frz. Phil., 1712-1778)
Geld ist nichts. Aber viel Geld, das ist etwas anderes.
(George Bernard Shaw, irischer Dichter, 1856-1950)
Es stimmt, das Geld nicht glücklich macht. Allerdings meint man damit das Geld der anderen.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Wer der Meinung ist, daß für Geld alles haben kann, gerät leicht in den Verdacht, daß er für Geld alles
zu tun bereit ist.
(Benjamin Franklin, amerikan. Politiker, 1706-1790)
Wenn's um Geld geht, gibt's nur ein Schlagwort: 'Mehr!'
(Andre' Kostolanyamerik. Finanzexperte, Börsenfachmann u. Journalist, 1906-1999)
Das Geld gleicht dem Seewasser. Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man.
(Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph, 1788-1860)
Wenn ein Mensch behauptet, mit Geld lasse sich alles erreichen, darf man sicher sein, daß er nie welches gehabt hat.
(Aristoteles Onassis, grich. Reeder, 1906-1975)
Geld allein macht nicht glücklich, aber es besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn.
(Marcel Reich-Ranicki, dt. Literaturkritiker)
Das schöne Gefühl, Geld zu haben, ist nicht so intensiv, wie das Scheißgefühl, kein Geld zu haben.
(Herbert Achternbusch, dt. Schriftsteller u. Filmemacher, *1938)
Wer in Geld schwimmt, hält den Rettungsring für eine Zumutung.
(Ernst R. Hauschka, dt. Aphoristiker, *1926)
Die Zeit ist kein Geld. Aber den einen nimmt das Geld die Zeit und den anderen die Zeit das Geld.
(Ron Kritzfeld, dt. Aporistiker, *1921)
Geld ist nicht alles. Ein Mann mit 20 Millionen kann genauso glücklich sein wie ein Mann mit 21 Millionen.
(J. Gleason)
Geld allein macht nicht unglücklich.
(Peter Falk, amerikan. Schauspieler)
Der moderne Mensch betrachtet Geld als ein Mittel, zu mehr Geld zu kommen.
(Bertrand Russell, engl. Philosoph, 1872-1970)
Der Hauptwert des Geldes besteht in der Tatsache, dass man in einer Welt lebt, in der es überbewertet wird.
(Henry L. Mencken, amerikan. Kritiker, 1890-1956)
Geld ist besser als Armut - wenn auch nur aus finanziellen Gründen.
(Woody Allen, amerikan. Schauspieler u. Regisseur, geb. 1935)
Vielleicht verdirbt Geld den Charakter. Auf keinen Fall macht Mangel an Geld ihn besser.
(John Steinbeck, amerikan. Schriftsteller, 1902-1968)
Wenn ein Mensch behauptet, mit Geld lasse sich alles erreichen, darf man sicher sein, daß er nie welches gehabt hat.
(Aristoteles Onassis, griech. Großreeder, 1906-1975)
Endlich weiß ich, was den Menschen vom Tier unterscheidet: Geldsorgen.
(Jules Renard, frz. Schriftsteller, 1864-1910)
Geld macht nicht glücklich, aber es gestattet uns, auf verhältnismäßig angenehme Art unglücklich zu sein.
(amerikanisches Sprichwort)
Was der liebe Gott vom Geld hält, kann man an den Leuten sehen, denen er es gibt.
(Peter Bamm, dt. Schriftsteller, 1897-1975)
Geld korrumpiert - vor allem jene, die es nicht haben.
(Peter Ustinov, engl. Schauspieler u. Schriftsteller, *1921)
Geld ist das Brecheisen der Macht.
(Friedrich Wilhelm Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)
[...xxx...]
(Erich Kästner, dt. Schriftsteller, 1899-1974)
Geld nennt man heute Knete, wiel man jeden damit weich bekommt.
(Gerhard Uhlenbruck, dt. Aphoristiker, *1929)
Geld macht nicht glücklich, aber es erlaubt einem, sich sein Elend auszusuchen.
(Kurt Strachwitz)
Wenn alles Geld und Grundbesitz auf der Welt gleichmäßig verteilt würde, sagen wir um 15.00 Uhr, dann gäbe es um 15.30 Uhr bereits merkliche
Unterschiede in den finanziellen Verhältnissen der Empfänger.
(Jean-Paul Getty, amerikan. Milliardär, 1892-1976)
Gelehrte
Professoren, Huren und Tänzerinnen kann man überall für Geld haben.
Sie gehen dorthin, wo man ihnen einige Groschen mehr bietet.
(Ernst August von Hannover)
Gelehrte und Intellektuelle sind für mich wie kokette Damen. Man sollte sie besuchen, mit
ihnen parlieren, aber sie weder heiraten noch zu Ministern machen.
(Napoleon Bonaparte, frz. Kaiser, 1769-1821)
Geltungsbedürfnis
Es gibt Leute, die wollen lieber einen Stehplatz in der ersten Klasse als einen Sitzplatz in der dritten.
(Kurt Tucholsky, dt. Schriftsteller, 1890-1935)
Gemeinschaft
Die Gemeinschaft darf keine Maske sein, unter der der eine lächelt und der andere weint.
(Georges Pompidou, franz. Politiker, 1911-1974)
Genie
Taucht ein Genie auf, verbrüdern sich die Dummköpfe.
(Jonathan Swift, engl. Schriftst., 1667-1745, Gullivers Reisen)
Inmitten eines beschränkten Volkes wird ein Genie zu einem Gott: Jedermann betet es an, und niemand tut, was es will.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Du bist ein Genie! - Nenn mich bloß nicht so, ich bemühe mich lediglich, die mir angeborene Inteligenz durch ständiges Üben voll zu entfalten.
(Justus Jonas, erster Detektiv)
Gentleman
Wer behauptet, die Frauen zu kennen, ist kein Gentleman.
(George Bernard Shaw, ir. Dramatiker, 1856-1950)
Ob ein Mensch ein Gentleman ist, erkennt man an seinem Benehmen
denjenigen Menschen gegenüber, von denen er keinen Nutzen hat.
(William Lyon Phelps, amerik. Literaturkritiker, 1865-1943)
Ein Gentleman ist ein Mann, der eine Frau so lange beschützt, bis er mit ihr allein ist.
(Peter Sellers, englischer Schauspieler, 1925-1980)
Genuß
Es ist besser, Genossenes zu bereuen, als zu bereuen, daß man nichts genossen hat.
(Giovanni Boccacio, ital. Dichter, 1313-1375)
Der größte Genuß im Leben ist, das zu tun, von dem die Leute sagen, daß du es nicht tun kannst.
(Walter Bagehot, engl. Publizist, Literat, Ökonom u. polit. Schriftsteller)
Die meisten jagen so sehr dem Genuß nach, daß sie an ihm vorbeilaufen.
(Søren Kierkegaard, dänischer Theologe und Philosoph, 1813-1855)
Gerichtsvollzieher
Gerichtsvollzieher und Pfändungsbeamte sind wie kleine Kinder - was sie sehen, wollen sie haben.
(Unbekannt)
Gerücht
Gerüchte soll man erst ernst nehmen, wenn sie dementiert werden.
(Carl Sommer)
Gesang
Was nicht wert ist, gesagt zu werden, das singt man.
(Pierre Augustin Baron de Beaumarchais, frz. Bühnenschriftsteller, 1732-1799)
Ein Fußballplatz ist heutzutage der einzige Ort, wo man brüllen kann, ohne gleich für einen Sänger gehalten zu werden.
(Thomas Klock in Ö3)
Schlager sind Texte, die gesungen werden müssen, weil sie zu dumm sind, um gesprochen zu werden.
(Gisela Uhlen, dt. Schauspielerin, *1919)
Diese penetrante Fröhlichkeit, der verlogene Mitmachzwang: Das hat nichts mit Volksmusik zu tun, es ist nur zum Kotzen.
(Stephan Remmler, dt. Sänger)
Moderne Schlagersänger sind junge Männer, die ihre Stimme verlieren - wenn der Strom ausfällt.
(Danny Kaye, amerikan. Schauspieler, 1913-1989)
Schlagersänger sind junge Männer, die bei Stromausfall keine Sänger mehr sind.
(Danny Kaye, amerikanischer Filmschauspieler, 1913-1987)
Am lautesten singen immer die, die falsch singen.
(Franz Grillparzer, österr. Dichter, 1791-1872)
Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Spice Girls und einem Pornofilm. Ein Pornofilm hat die bessere Musik.
(Phil Spector, brit. Musikproduzent)
Singen ist gefährlicher als Malen. Ein paar falsche Töne, und man wird von der Kritik zerrissen - ein paar falsche Farben, und man bekommt vielleicht einen Preis.
(Mario del Monaco)
Bei den New Kids fallen massenhaft Mädels in Ohnmacht, was zeigt, daß wenigstens die Körperabwehr funktioniert, wenn schon der Verstand im Arsch ist.
(MAD-Magazin)
Geschenke
Geschenke sind wie Angelhaken.
(Martial, röm. Dichter, 40-103)
Wenig und Viel sind wandelbar wie Geschenke, je nachdem sie der Gebende oder der Empfangende betrachtet.
(Tschuang-tse, chinesischer Philosoph, 4. Jh. v. Chr.)
Ein Geschenk ist genau soviel wert wie die Liebe, mit der es ausgesucht worden ist.
(Thyde Monnier, eig. Mathilde, 1887-1967)
Alles im Leben hat seinen Preis; auch die Dinge, von denen man sich einbildet, man kriegt sie geschenkt.
(Theodor Fontane, dt. Schriftsteller, 1819-1863)
Wie wir von manchen Menschen verkannt werden, beweisen uns nicht selten ihre Geschenke.
(Sigmund Graff, dt. Schriftsteller, 1898-1979)
Ein Onkel, der gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt.
(Wilhelm Busch, dt. Dichter und Zeichner, 1832-1982)
Geschichte
Glücklich das Volk, dessen Geschichte sich langweilig liest.
(Charles de Montesquieu, frz. Schriftsteller, 1689-1755)
Wer sich an die Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
(George de Santayana, amerikan. Philosoph, 1863-1952)
Ungehorsam ist für jeden, der die Geschichte kennt, die recht eigentliche Tugend des Menschen.
(Oscar Wilde, engl. Schriftsteller, 1854-1900)
Die Geschichte der Menschheit ist ein einziges riesiges Frühwarnsystem, um das sich kaum jemals jemand gekümmert hat.
(Aus 'Das Beste')
Die glücklichen Zeiten der Menschheit sind die leeren Blätter im Buch der Geschichte.
(Leopold von Ranke, dt. Historiker, 1795-1886)
Geschichte ist nichts anderes als die Unfallchronik der Menschheit.
(CharlesTalleyrand, franz. Politiker, 1754-1838)
Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.
(Mahatma Gandhi, indischer Freiheitskämpfer, 1869-1948)
Grundsätzlich tue ich am liebsten das Gegenteil von dem, was alle tun
oder was von mir erwartet wird. Geschichtlich betrachtet wäre es bereits
des öfteren von Vorteil gewesen, wenn eine größere Anzahl Menschen so
gedacht hätte...
(Andreas Kriesmer)
Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler.
(Ingeborg Bachmann, österr. Philosophin u. Lyrikerin, 1926-1973)
Die Geschichte wiederholt sich, wenn auch nicht so oft wie das Fernsehen.
(Lothar Schmidt, deutscher Politologe und Schriftsteller)
Der Mensch leidet an einer fatalen Spätzündung: Er begreift alles erst in der nächsten Generation.
(Stanislaw Jerzy Lec, poln. Satiriker, 1909-1966)
Geschmack
Man muß viel Geschmack haben, um dem seines Zeitalters zu entgehen.
(Simon-Theodore Jouffroy, franz. Phil., 1796-1842)
Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.
(Oskar Wilde, engl. Schriftsteller, 1854-1900)
Geschwindigkeit
Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.
(Mahatma Gandhi, ind. Freiheitskämpfer u. Politiker, 1869-1948)
Gesellschaft
Eine Gesellschaft von Schafen muß mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.
(Bertrand de Jouvenel, frz. Wirtschaftswissenschaftler, 1903-1979)
Die Gesellschaft möchte lieber unterhalten sein als unterrichtet.
(Adolf Freiherr von Knigge, dt. Schriftst., 1751-1796)
Vieles kann der Mensch entbehren, nur den anderen Menschen nicht.
(Ludwig Börne, dt. Schriftsteller, 1786-1837)
Besser allein sich langweilen als in Gesellschaft. Man kann ungenierter gähnen.
(Ludwig Marcuse, dt. Literaturkritiker u. Philosoph, 1894-1971)
Gesetz
Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten.
(Goethe, dt. Dichter, 1749-1832)
Gesicht
Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht; irgendeinem gefällt er.
(Friedrich Hebbel, dt. Dichter, 1813-1863)
Das Gesicht ist das Abbild des Hirns, die Augen sein Berichterstatter.
(Cicero, Marcus Tullius, röm. Politiker, 106-43 v.Chr.)
Die einzige Sprache, die jeder versteht, ist die Sprache des menschlichen Gesichts.
(Ernst Bloch, dt. Philosoph, 1885-1977)
Ich vergesse niemals ein Gesicht, aber in Ihrem Fall wäre ich froh, eine Ausnahme machen zu können.
(Groucho Marx, amerikan. Komiker, 1895-1977)
Gesundheit
Gesundheit? - Was nützt einem Gesundheit, wenn man sonst ein Idiot ist?
(Theodor Adorno, dt. Philosoph u. Soziologe, 1909-1969)
Hypochonder sind erst gesund, wenn sie krank sind.
(Karl Schwarzer)
Gewalt
Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen.
(Isaac Asimov, amerikan. Wissenschaftsautor, 1920-1992)
Jede Roheit hat ihren Ursprung in einer Schwäche.
(Seneca, röm. Philosoph, 4 v.Chr. - 65 n.Chr.)
Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten.
(Mahatma Gandhi, indischer Politiker & Reformator, 1869-1948)
Weicher ist stärker als hart, Wasser stärker als Fels, Liebe stärker als Gewalt.
(Hermann Hesse, dt. Schriftsteller, 1877-1962)
Was mit Gewalt erlangt worden ist, kann man nur mit Gewalt behalten.
(Mahatma Gandhi, indischer Freiheitkämpfer, 1969-1949)
Die deutliche Sprache der Gewehre verstehen immer nur die Erschossenen.
(Wolf Biermann, dt. Liedermacher, *1936)
Gewinn
Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt, zu leben.
(Antoine de Saint-Exupery, franz. Schriftsteller, 1900-1944)
Gewissen
Das Gewissen ist eine Schwiegermutter, deren Besuch nie endet.
(Henry Louis Mencken, amerikan. Kritiker, 1890-1956, Vorurteile)
Bei vielen Leuten beginnt das Gewissen erst dort, wo der Vorteil aufhört.
(Haile Selassie I., äthopischer König und Kaiser, 1892-1975)
Gewissen: die innere Stimme, die uns warnt, weil jemand zuschauen könnte.
(Henry Louis Mencken, amerikan. Journalist u. Kritiker, 1880-1956)
Auch die Stimme des Gewissens kennt den Stimmbruch.
(Stanislaw Jerzy Lec, polnischer Satiriker, 1909-1966)
Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht.
(Marie von Ebner-Eschenbach, österr. Schriftstellerin, 1830-1916)
Sein Gewissen war rein, er benutzte es nie.
(S. J. Lec, poln. Satiriker, 1909-1966)
[...xxx...]
(Erich Kästner, dt. Schriftsteller, 1899-1974)
Gewißheit
Zweifel ist keine angenehme Voraussetzung, aber Gewißheit ist eine absurde.
(Voltaire, franz. Schriftsteller, 1694-1778)
Gewohnheit
Wenn du etwas so machst, wie du es seit zehn Jahren gemacht hast,
dann sind die Chancen recht groß, daß du es falsch machst.
(Charles Kettering, amerikan. Ing., 1876-1958)
Die meisten leben in den Ruinen ihrer Gewohnheiten.
(Jean Cocteau, frz. Schr., Maler, Regisseur, Komponist, 1889-1963)
Zum zehnten Mal wiederholt, wird es gefallen.
(Horaz, römischer Dichter, 65-8 v.Chr.)
Ein Regenbogen, der eine Viertelstunde steht, sieht man nicht mehr an.
(J. W. von Goethe, dt. Dichter, 1749-1832)
Daraus, daß die Sonne bisher jeden Tag aufgegangen ist, folgt logisch nicht, daß sie es morgen wieder tut.
(Freiherr Carl Friedrich von Weizsäcker, dt. Physiker u. Philosoph, *1912)
Gewohnheiten sind Fingerabdrücke des Charakters.
(Alfred Polgar, österr. Schriftsteller, 1873-1955)
Immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern was schlimmer ist, zu Gewohnheiten.
(Oliver Hassencamp, dt. Schriftsteller, 1921-1988)
Gier
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier.
(Mahatma Gandhi, ind. Politiker, 1869-1948)
Arm ist nicht der, der wenig hat, sondern der, der nicht genug bekommen kann.
(Jean Guehenno, frz. Schriftst., 1890-1978)
Was für ein Ende soll die Ausbeutung der Erde in all den künftigen Jahrhunderten noch finden?
Bis wohin soll unsere Habgier noch vordringen?
(Plinius d. Ä., röm. Philosoph, 23-79 n.Chr.)
Heutzutage hat keiner genug, weil jeder zuviel hat.
(Karl Heinrich Waggerl, österr. Schriftsteller, 1887-1973)
Gift
Allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift wird.
(Paracelsus, dt. Arzt, 1493-1541)
Glatze
Das Gute an einer Glatze ist, daß man immer adrett aussieht.
(Telly Savalas, amerikan. Schauspieler)
Der beste Schutz gegen Haarausfall ist eine Glatze.
(Telly Savalas, amerikan. Schauspieler)
Glaube
Zu glauben ist schwer.
Nichts zu glauben ist unmöglich.
(Victor Hugo, franz. Schriftsteller, 1802-1885)
Was das Glück betrifft, so haben weder Erfahrung noch Beobachtung in mir den Eindruck erweckt, daß Gläubige im Durchschnitt glücklicher oder unglücklicher seien als Glaubenslose.
(Bertrand Russell, engl. Phil., 1872-1970, Religion und Moral)
Die Menschen glauben fest an das, was sie wünschen.
(Julius Caesar, 100-44 v.Chr.)
Angewöhnung geistiger Grundsätze ohne Gründe nennt man Glauben.
(Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900, Menschliches, Allzumenschliches)
Glaube heißt nicht wissen wollen, was wahr ist.
(Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900, Der Antichrist)
Wer nicht denken kann, glaubt. Wer Angst vor dem Denken hat, glaubt. Wer glaubt, denken zu können, glaubt. Und das glauben fast alle.
(Karlheinz Deschner, dt. Schriftsteller u. Historiker, *1924)
Es gibt Leute, die den Schuljungen verlachen und ihn leichtfertig und oberflächlich nennen. Dabei war es ein Schuljunge, der gesagt hat: 'Glaube ist, wenn man was glaubt und weiß, es ist nicht so.'
(Mark Twain, amerikan. Schriftsteller, 1835-1903)
Wer nichts weiß, muß alles Glauben.
(Marie von Ebner-Eschenbach, 1830-1916, Aphorismen)
Der Glaube eines Menschen kann durch kein Glaubensbekenntnis, sondern
durch die Beweggründe seiner gewöhnlichen Handlungen festgestellt werden.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Dieser Glaube aus Gewohnheit ist eine der traurigsten und verderblichsten Erscheinungen unseres Lebens; im Bereich dieses Glaubens wächst alles Neue, wie im Schatten einer steinernen Mauer, langsam, verbogen und saftlos empor...
(Maxim Gorkij, russischer Schriftsteller, 1868-1936)
Viele Leute glauben, wenn man die Gottesvorstellung aufgäbe, müsse man notwendig allen religiösen Glauben und alle Moralbegriffe mit aufgeben. Das ist einfach nicht wahr.
(Sir Julian Huxley, brit. Biologe und Schriftsteller, 1887-1975)
Das Blut, welches die Bekenner des Gottes der Barmherzigkeit und des Friedens seit der Einführung seiner Religion vergossen haben, würde wahrscheinlich genügen, um die Anhänger aller anderen Sekten, die jetzt auf der Erdkugel wohnen, zu ersäufen.
(Percy Bysshe Shelley, engl. Dichter, 1792-1822)
Man weiß von manchem Strenggläubigen, dass er Gott irre ward, weil ihn ein großes Unglück traf - mochte er es auch selbst verschuldet haben; doch man hat noch keinen gesehen, der seinen Glauben darum verlor, weil ihm ein unverdientes Glück zuteil wurde.
(Arthur Schnitzler, österr. Schriftsteller u. Arzt, 1862-1931, Buch der Sprüche und Bedenken)
Was wird uns retten? Der Glaube?
Ich will keinen Glauben haben und lege auch keinen Wert darauf, gerettet zu werden.
(Jules Renard, franz. Schriftsteller, 1864-1910, Ideen, in Tinte getaucht)
Hat eigentlich die Skepsis auf die Schlachtfelder geführt oder der Glaube?
(Karlheinz Deschner, dt. Historiker & Autor, *1924)
Zu dem Adler sprach die Taube:
Wo das denken aufhört, da beginnt der Glaube;
Recht, sprach jener, mit dem Unterschied jedoch,
Wo du glaubst, da denk' ich noch.
(Ludwig Robert, Schriftsteller, *1780)
Glauben und Wissen verhalten sich wie zwei Schalen einer Waage: in dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.
(A. Schopenhauer, dt. Philosoph, 1788-1860)
Der Glaube kann uns niemals von etwas überzeugen, was unserer Erkenntnis zuwiderläuft.
(John Locke, engl. Philosoph, 1632-1704)
Wir glauben nur, was wir sehen - leider sehen wir nur, was wir glauben wollen.
(Peter Atteslander, schweizer. Soziologe, *1926)
Wenn man nicht glaubt, braucht man eine Bestätigung. Wenn man glaubt, braucht man keine Bestätigung mehr.
(Michael Bertschik)
Denken ist eine Anstrengung, Glauben ein Komfort.
(Ludwig Marcuse, dt. Philosoph, 1894-1971)
Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten.
(Wilhelm Busch, dt. Dichter u. Zeichner, 1832-1882)
Glauben ist leichter als Denken.
(Sprichwort)
Glaube nicht übereilt.
(Ovid, röm. Dichter, 43 v.Chr. - 18 n.Chr.)
Das Ziel der Philosophie ist einzig und allein die Wahrheit, das Ziel des Glaubens einzig und allein Gehorsam und Frömmigkeit.
(Spinoza, Theologisch-politisches Trakat 14)
Der Glaube einer gottesdienstlichen Religion ist ein Fron- und Lohnglaube (fides mercenaria, servilis) und kann nicht für den seligmachenden angesehen werden, weil er nicht moralisch ist. Dieser muß ein freier, auf lauter Herzensgesinnungen gegründeter Glaube sein.
(Immanuel Kant, dt. Philosoph, 1724-1804)
Die Gläubigen sind selten Denker und die Denker selten gläubig.
(Hans Daiber)
Glaube nichts auf bloßes Hörensagen hin; glaube nicht an Überlieferungen, weil sie alt sind.
(Buddha, Religionsstifter, 560-480 v. Chr.)
Der Glaube ist nicht der Aufgang, sondern das Ende allen Wissens.
(Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, 1749-1832)
Der Glaube ist eine sechste Art von Sinn, der wirksam wird, wenn die Vernunft versagt.
(Mahatma Ghandi, indischer Freiheitskämpfer, 1896-1948)
Glaubt nicht bedingungslos den alten Manuskripten, glaubt überhaupt nicht an etwas, nur weil die Leute daran glauben - oder weil man es Euch seit Eurer Kindheit hat glauben lassen.
(Buddha, Religionsstifter, 560-480 v. Chr.)
Glauben und Wissen vertragen sich nicht wohl im selben Kopfe: sie sind darin wie Wolf und Schaf in einem Käfig; und zwar ist das Wissen der Wolf, der den Nachbar aufzufressen droht.
(Schopenhauer, dt. Philosoph, 1788-1860, Über Religion)
Der Glaube ist wie die Liebe: er läßt sich nicht erzwingen.
(Schopenhauer, dt. Philosoph, Über Religion)
Alles wohl erwogen glaube ich nicht, daß religiöser Glaube eine Kraft zum Guten gewesen ist.
(Bertrand Russell, engl. Philosoph, 1872-1970)
Den baren Unsinn zu glauben, ist ein Privileg des Menschen.
(Konrad Lorenz, österr. Verhaltensforscher und Nobelpreisträger, 1903-1989)
Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.
(André Gide, französischer Schriftsteller, 1869-1951)
Wer an einen Glauben glaubt,
der lässt andere für sich glauben.
(Friedrich Georg Jünger, dt. Schriftsteller, 1898-1977)
Glauben heißt auf etwas zu vertrauen, von dem du weißt, dass es nicht existiert.
(Mark Twain, amerikanischer Schriftsteller, 1835-1903)
Wenn die Vernunft ein Geschenk des Himmels ist und wenn man vom Glauben das gleiche sagen kann, so hat uns der Himmel zwei unvereinbare, einander widersprechende Geschenke gemacht.
(Denis Diderot, franz. Schriftsteller u. Philosoph, 1713-1784)
Ein jeder kann bei mir glauben, was er will, wenn er nur ehrlich ist. Was die Gesangsbücher angeht, so steht einem jeden frei zu singen: 'Nun ruhen alle Wälder' oder dergleichen dummes oder törichtes Zeug mehr. Aber die Priester müssen die Toleranz nicht vergessen, denn ihnen wird keine Verfolgung gestattet werden.
(Friedrich der Große, Entscheidung über einen Gesangsbuchstreit)
Glauben heißt: Dinge für wahr halten, für die es keine Parallele und keinen Beweis gibt und die jemand verkündet, der über kein Wissen verfügt.
(Ambrose Bierce, amerikan. Schriftsteller, 1841-1914)
Wir sollen glauben, weil unsere Urväter geglaubt haben. Aber diese unsere Ahnen waren weit unwissender als wir, sie haben an Dinge geglaubt, die wir heute unmöglich annehmen können. Die Möglichkeit regt sich, daß auch die religiösen Lehren von solcher Art sein könnten.
(Sigmund Freud, österr. Psychologe & Psychater, 1856-1939)
Es ist selten, daß ein Mensch weiß, was er eigentlich glaubt.
(Oswald Spengler, dt. Kultur- u. Geschichtsphilosoph, 1880-1936, Gedanken)
Sie glaubt an Gott, aber sie glaubt auch, daß das Radio wegen den winzigen Leuten dadrin funktioniert.
(Woody Allen, amerikan. Schauspieler u. Regisseur, *1935)
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.
(Marie von Ebner-Eschenbach, österr. Schriftstellerin, 1830-1916)
Daß Glaube etwas ganz anderes sei als Aberglaube, ist unter allem Aberglauben der größte.
(Karlheinz Deschner, dt. Autor u. Historiker, *1924)
Da zuletzt doch alles auf den Glauben hinausläuft, müssen wir jedem Menschen das Recht zugestehen,
lieber das zu glauben, was er selbst, als was andre ihm weisgemacht.
(Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach, österr. Schriftstellerin, 1830-1916)
Ein Glaube ist nicht wahr, nur weil er nützlich ist.
(Henri Frédéric Amiel, schweizer. Dichter u. Philosoph, 1821-1881)
...Man muß den Mut haben, laut auszusprechen, daß es für die Menschen besser ist, keinen Glauben zu haben, als nur einen Glauben um des Glaubens willen.
(Friedrich Sieburg, dt. Schriftsteller, 1893-1964)
Glaube ist eine Krücke für jene, die Gewißheit wünschen, die einen Sinn im Leben finden wollen, ohne den Mut zu haben, diesen eigenständig zu suchen.
(Erich Fromm, amerikan. Psychoanalytiker dt. Herkunft, 1900-1980)
Die Realität ist das, was übrig bleibt, wenn man aufhört zu glauben.
(Philip K. Dick, amerikan. Science-fiction Autor, 1928-1982)
Glaube: Denkart, die versucht, die vermeintlichen Lücken zwischen den Naturgesetzen zu überbrücken.
(anonym)
... Wenn ich aber nun den christlichen Glauben so wiedergebe, genau wie er ist - und die Leute fangen an zu lachen, ist es dann so sicher, daß ich daran schuld bin?
(Arnulf Øverland, norweg. Schriftsteller, 1889-1968, Rede im Gericht)
Wem dient also der Glaube? Einzig und allein einigen Menschen, die sich des Glaubens bedienen, um die Menschheit zu unterjochen.
(Paul Thiry D'Holbach)
Wer leichthin glaubt, wird leicht betrogen.
(Georg Rollenhagen)
Abwärts Tyrann, nach oben ein Knecht; Verleumder des Menschen, Speichellecker des Herrn - voila des Glaubens Porträt.
(Ludwig Feuerbach, dt. Philosoph, 1804-1872)
Abgesehen davon aber bin ich fest überzeugt, daß man jedem die Freiheit lassen muß, das zu glauben, was er für glaubhaft hält. Die Menschen mögen also an die Unsterblichkeit glauben; ich habe nichts dagegen, vorausgesetzt, daß sie mich nicht verfolgen.
(Friedrich der Große, König von Preußen, 1712-1786)
Warum sind die Frommen, die Andächtigen, so hart, so widerlich, so ungesellig? Sie haben sich zu leisten auferlegt, was ihnen nicht natürlich ist. Sie leiden, und wenn man leidet, macht man andere leiden.
(Diderot, Rameaus Neffe)
Gleichberechtigung
Eine Frau wird erst an dem Tag den Mann wirklich gleichberechtigt sein, an dem man auf einen
bedeutenden Posten eine inkompetente Frau beruft.
(Francoise Giroud, frz. Schriftstellerin & Politikerin, *1916)
Gleichgültigkeit
Das größte Übel, das wir unseren Mitmenschen antun können, ist nicht, sie zu hassen, sondern ihnen gegenüber gleichgültig zu sein. Das ist absolute Unmenschlichkeit.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Gleichheit
Das Ideal der Gleichheit ist deshalb so schwer, weil die Menschen Gleichheit nur mit jenen wünschen,
die über ihnen stehen.
(John B. Priestley, engl. Schriftsteller, 1894-1984)
Das Gesetz macht alle auf erhabene Weise gleich: Es verbietet allen Menschen unter Brücken zu schlafen und Brot zu stehlen - den Armen ebenso wie den Reichen.
(Anatole France, frz. Schriftsteller, 1844-1924)
Als Gott die Welt erschuf, da schuf er den Mann und das Weib, nicht Herrn und Knecht, nicht Juden und Christen, nicht Arme und Reiche.
(Ludwig Börne, dt. Schriftsteller, 1786-1837)
Glockengeläut
Der Standpunkt, Glockengeläute sei eine heilige Sache, ist sicher überholt. Schließlich darf heute auch nicht jeder Atheist aus Freude an der Nichtexistenz Gottes drei Böllerschüsse abgeben.
(Joachim Kahl, dt. Theologe u. Philosoph, *1941)
Glück
Die Absicht, das der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten.
(Sigmund Freud, österr. Psychologe & Psychiater, 1856-1939)
Glück ein Leben lang!
Niemand könnte es ertragen, es wäre die Hölle auf Erden!
(George Bernard Shaw, irischer Dichter, 1856-1950)
Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinen Reichtümern hinzu
sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.
(Epikur von Samos, griech. Philosoph, 341-271 v.Chr.)
Die meisten Menschen wären glücklich, wenn sie
sich das Leben leisten könnten, das sie sich leisten.
(Danny Kaye, amerikan. Schauspieler, 1913-1987)
Es stimmt, das Geld nicht glücklich macht.
Allerdings meint man damit das Geld der anderen.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 Jahren zehnmal so reich sind,
als sie es mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er sei zehnmal so
glücklich.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Wer Zahnweh hat, hält jeden, dessen Zähne gesund sind, für glücklich.
Der an Armut leidende begeht denselben Irrtum den Reichen gegenüber.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.
(Albert Schweitzer, dt. Theol., Mediziner u. Phil., 1875-1965)
Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.
(Andre Gide, frz. Schriftsteller, 1869-1951)
Sich glücklich fühlen, auch ohne Glück - das ist Glück.
(Marie von Ebner Eschenbach, österr. Schriftst., 1830-1916)
Das höchste Glück des Lebens besteht in der Überzeugung, geliebt zu werden.
(Victor Hugo, franz. Schriftst., 1802-1885)
Das Glück ist eine leichtfertige Person, die sich stark schminkt und von ferne schön ist.
(John Nepomuk Nestroy, österr. Dichter und Schriftsteller, 1808-1862)
Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft
durch die Vernachlässigung kleiner Dinge.
(Wilhelm Busch , dt. Dichter u. Zeichner, 1832-1908)
Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen.
(Theodor Fontane, dt. Schriftsteller, 1819-1889)
Man weiß selten was Glück ist, aber man weiß meistens, was Glück war.
(Françoise Sagan, frz. Schriftstellerin, *1935)
Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das große vergebens warten.
(Pearl S. Buck, amerikanische Schriftstellerin, 1892-1973)
Glücklichsein ist eine Gabe des Schicksals und kommt nicht von außen; man muß es sich selbst erkämpfen. Das ist aber auch tröstend, denn man kann es sich erkämpfen.
(Wilhelm von Humbold, dt. Philosoph u. Politiker, 1767-1835)
Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.
(Nicolas de Chamfort, französischer Schriftsteller, 1741-1794)
Jeder ist seines Glückes Schmied - doch leider haben die wenigsten auch nur die einfachsten Grundregeln des Schmiedens begriffen.
(Walter Boveri)
Glück ist der Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen wollte.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Glück gleicht durch Höhe aus, was ihm an Länge fehlt.
(Robert Lee Frost, amerikan. Lyriker 1875-1963)
Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.
(Marc Aurel, römischer Kaiser, 121-180)
Wer nie ganz unten war, der weiß auch nicht, was Glück sein kann.
(Toni Curtis, amerikan. Schauspieler, *1925)
Glücksspiel
Der Roulette-Tisch lohnt sich für keinen, ausgenommen für seinen Besitzer; trotzdem ist die Leidenschaft des Spielens allgemein, die Leidenschaft, Roulette-Tische zu halten, dagegen unbekannt.
(George Bernhard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Golf
Golf ist nur eine teure Variante des Murmelspiels.
(G. K. Chesterson, engl. Schriftst. u. Satiriker, Gegenspieler von Shaw)
Gott
Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken ausstatten.
(Charles-Lois Baron de Montesquieu, frz. Philosoph, 1689-1755)
Ist Gott eine Erfindung des Teufels?
(Nietzsche, dt. Phil., 1844-1900, Menschliches)
Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Mißtrauensvotum gegen den lieben Gott.
(Karl Kraus, österr. Schriftsteller, 1874-1936)
Ich bin bereit, meinem Schöpfer gegenüberzutreten. Ob mein Schöpfer ebenso bereit ist, diese Begegnung über sich ergehen zu lassen, ist eine andere Sache.
(Winston Churchill, brit. Staatsmann, 1874-1965)
Man sagt nicht 'Nichts!', man sagt dafür 'Jenseits' oder 'Gott'.
(Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)
Der Name Gott sollte nicht länger über die Lippen des Menschen kommen. Dieses seit langem durch den Gebrauch entwürdigte Wort bedeutet nichts mehr... Das Wort Gott zu verwenden, ist mehr als Bequemlichkeit, es ist eine Absage an das Denken, ein Beschleunigungsverfahren, eine Art scheußlicher Kurzschrift...
(Arthur Adamov, frz. Dramatiker russ. Herkunft, 1908-1970)
Oh, wir haben dich gesucht, Gott, in jeder Ruine, in jedem Granattrichter, in jeder Nacht.
Wir haben dich gerufen. Gott! Wir haben nach dir gebrüllt, geweint, geflucht! Wo warst du da, lieber Gott?
(Wolfgang Borchert, dt. Dichter, 1921-1947, 'Draußen vor der Tür')
Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.
(Georg Christoph Lichtenberg, dt. Schriftsteller u. Physiker, 1742-1799)
Gibt es einen Gott?
Das kommt darauf an, ob man Anhänger der These ist, dass für jeden Mist
irgend jemand verantwortlich sein muss.
(Das Usenet Orakel)
Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, das heißt vermutlich: Der Mensch schuf Gott nach dem seinigen.
(Georg Christoph Lichtenberg, dt. Schriftsteller u. Physiker, 1742-1799)
Ein Gott, der die Hölle gemacht, verdient als einziger darin zu braten.
(Karlheinz Deschner, dt. Kirchenkritiker u. Historiker, *1924)
Gott ist die fixe Idee von Theologen, die bei dem Verständnis der Fakten des Universums hoffnungslos überfordert sind.
(Walter Schäfer)
Du willst mit nüchternem Verstand
das Göttliche beweisen?
Das heißt, nach einem Fabelland
auf Eisenbahnen reisen.
(Otto von Leixner, dt. Schriftsteller, 1847-1907, Aus der Vogelschau)
Sollte man es glauben, daß dieser selbe gewissenlose Gott, dieser moralische Kretin, zum Lehrer der Güte, der Sitten, der Milde, der Rechtlichkeit, der Reinheit ernannt wurde? Es erscheint unmöglich und verrückt...
(Mark Twain, amerikan. Schriftsteller, 1835-1910)
Es heißt, daß wir Könige auf Erden die Ebenbilder Gottes seien. Ich habe mich daraufhin im Spiegel
betrachtet. Sehr schmeichelhaft für den lieben Gott ist das nicht.
(Friedrich der Große, 1712-1786)
Wir nähern uns immer mehr der Entdeckung Gottes durch die Wissenschaft. Ich bange um sein Schicksal.
(S. J. Lec, poln. Satiriker, 1909-1966)
Gott ist das einzige Wesen, das, um zu herrschen, nicht selbst zu existieren braucht.
(Charles Baudelaire, frz. Dichter, 1821-1867)
Gott ist eine vom Menschen erdachte Hypothese bei dem Versuch, mit dem Problem der Existenz fertigzuwerden.
(Sir Julian Huxley, engl. Biologe, 1887-1975)
Der Gott, den ich anbete, ist nicht ein Gott der Finsternis; er hat mir den Verstand nicht gegeben, um mir den Gebrauch desselben zu untersagen. Von mir verlangen, meine Vernunft gefangen zu geben, heißt ihren Schöpfer beleidigen.
(Rousseau, Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars)
Seitdem sich die Menschen herausgenommen haben, Gott eine Sprache zu verleihen, hat ihn jeder auf seine Weise sprechen und sich von ihm sagen lassen, was er gewollt hat.
(Rousseau, Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars)
Wer Gott definiert, ist schon Atheist.
(Oswald Spengler, dt. Geschichtsphil., 1880-1936, Gedanken, Von der Religion)
Töte einen Menschen, und du bist ein Mörder.
Töte Millionen, und du bist ein Eroberer.
Töte alle, und du bist Gott.
(Edmond Rostand, franz. Dramatiker, 1868-1918)
Dieser Gott von dem so viel die Rede ist
wo ist denn seine Gerechtigkeit, wo ist seine Güte?
Gefällt es ihm, Sterbende in seinem Namen verfolgt zu sehen,
lacht er über seine wichtigtuerischen Priester,
ist er zufrieden wenn Menschen tot umfallen,
während sie Steine für seine Tempel meisseln,
dieser verdrehte kleine Gott, der mit duldendem Gesichtsausdruck an einem Kreuze stirbt...?
(Unbekannt)
Meiner Meinung nach ist Gott ein Pole, denn er hat die Schöpfung ein bißchen verpfuscht.
(Andrzej Szczypiorski, polnischer Schriftsteller)
Gott ist nur eine Arbeitshypothese. Es zeigt sich, daß alles auch ohne
Gott geht und zwar ebenso gut wie vorher.
(Dietrich Bonhoeffer, dt. ev. Theologe, 1906-1945)
Gott ist der einzige Herr der Welt, der weniger zu sagen hat als seine Diener.
(Karlheinz Deschner, dt. Autor u. Historiker, *1924)
Der donnernde Gott, der zürnende Gott, der rächende Gott.
Was für ein Choleriker.
(Heinrich Wiesner, dt. Aphoristiker, *1925)
Wann bist du eigentlich lieb, lieber Gott?
(Wolfgang Borchert, dt. Dichter, 1921-1947, 'Draußen vor der Tür')
Gott ist nur ein erdachtes Wort, die Welt uns zu erklären.
(Alphonse de Lamartine, Lyriker der frz. Romantik, 1790-1869)
Wenn die Menschen von Gott reden, so kommen sie mir vor wie Lichtenbergs Kahlenberger Bauern, die, wenn ein Messer fehlt, dafür ein Stück Holz in die Scheide stecken, damit diese nicht leer sei.
(Grillparzer, österr. Schriftsteller, 1791-1872; Studien zur Philosophie und Religion)
Endlich kommt noch hinzu, daß der Gott, welcher Nachsicht und Vergebung jeder Schuld, bis zur Feindesliebe, vorschreibt, keine übt, sondern vielmehr ins Gegenteil verfällt ... bis auf jene wenigen Ausnahmen, welche
durch die Gnadenwahl, man weiß nicht warum, gerettet werden. Diese aber beiseite gesetzt, kommt heraus, als hätte der liebe Gott die Welt geschaffen, damit der Teufel sie holen solle; wonach er denn viel besser
getan haben würde es zu unterlassen.
(Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph, 1788-1860)
Statt sich beim Humoristen über seine Gottlosigkeit sollten sich manche lieber bei Gott über ihre Humorlosigkeit beklagen.
(Hans Hermann Kersten, dt. Schriftsteller, 1900-1996)
Gott ist die aufs Lächerlichste vermenschlichte Erfindung der ganzen Menschheit. In den Jahrmilliarden, die unsere Erde alt ist, sollte sich Gott erst vor 4000 Jahren den Juden und vor knapp 2000 Jahren den Christen offenbart haben, mit deutlicher Bevorzugung der weißen Rasse unter Vernachlässigung der Schwarzen, der Gelben und der Rothäute? Auf solche Märchen kann ich mühelos verzichten.
(Claire Goll, frz.-dt. Schriftstellerin, 1891-1977)
Moses sagt: 'Gott ist eifersüchtig'; und anderswo: 'Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.' So seht ihr also etwas Göttliches darin, wenn Gott als neidisch bezeichnet wird, während ein eifersüchtiger und mißgünstiger Mensch euch tadelnswert erscheint?
(Kaiser Julian der Abtrünnige, röm. Kaiser, 331-363)
Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Gott der Philosophen und Gelehrten.
(Blaise Pascal, frz. Philosoph, Mathematiker u. Physiker, 1623-1662)
Es hilft nichts, zu sagen, dies sei alles nur bildlich gesprochen; das glaube ich mehr als gern. Gott ist überhaupt bildlich. Wenn wir aber nach diesem Bild geschaffen sind, dann muß dies Bild dieselben Organe haben, die wir haben, leider auch Geschlechtorgane. Ich kann nicht begreifen, daß es frömmer oder weniger blasphemisch sei, sich den lieben Gott als Kastraten vorzustellen.
(Arnulf Øverland,norwegischer Schriftsteller, 1889-1968, 'Rede im Gericht')
Was aber wird Gott mit denjenigen machen, die nichts von seinem Sohn gehört haben? Wird er Taube bestrafen, weil sie nichts hören konnten?
(Denis Diderot, frz. Schriftsteller u. Philosoph, 1713-1784)
Ein Blutsumpf seine ganze 'Geschichte'!
Der elendeste aller elenden Wichte!
Tierischer noch, als das tierischste Tier!
Bitte, 'erlöse' uns von dir!
(Arno Holz, dt. Schriftsteller, 1863-1929)
Wer ihn als einen Gott der Liebe preist,
denkt nicht hoch genug von der Liebe selber.
Wollte dieser Gott nicht auch Richter sein?
Aber der Liebende liebt jenseits von Lohn und Vergeltung.
(Nietzsche, Zarathustra IV)
Es gibt wohl keinen guten Vater, der unserem himmlischen Vater gleichen möchte.
(Denis Diderot, frnz. Schriftsteller u. Philosoph, 1713-1784)
Barbarische und unzivilisierte Völker haben übereinstimmend, unter verschiedenen Namen, einen Gott angebetet, dessen Modell sie selber waren; rachsüchtig, blutdürstig, kriecherisch und launisch.
(Percy Bysshe Shelely, engl. Dichter, 1792-1822)
Ist es nicht im höchsten Grade widersinnig, wenn Gott dem Menschen, den er selbst geschaffen hat, die Kenntnis des Unterschiedes von gut und böse vorenthält? ... Ein solcher Mensch wird offenbar einmal das Übel nicht meiden, und andererseits auch nicht dem Guten nachstreben. Was aber die Hauptsache ist: Gott hat nicht gewollt, daß der Mensch an vernünftiger Einsicht teilhabe, und dabei gibt es nichts, was für den Menschen größeren Wert hätte ... Wenn es so steht, muß man Gott als mißgünstig bezeichnen.
(Kaiser Julian, röm. Kaiser, 331-363)
Dies ist der Gipfel des Monströsen und Lächerlichen, Gott als einen kleinlichen, unsinnigen und barbarischen Despoten zu verkünden, der einigen seiner Favoriten heimlich ein unverständliches Gesetz mitteilt und die übrigen des Volkes umbringt, weil sie dieses Gesetz nicht gekannt haben.
(Voltaire, franz. Schriftsteller u. Philosoph, 1694-1778)
Götter
Auch Götter sterben, wenn niemand mehr an sie glaubt.
(Jean Paul Sartre, franz. Philosoph, 1905-1980)
Alle Götter waren unsterblich.
(S.J. Lec, poln. Satiriker, 1909-1966)
Die Götter der Menschheit sind eine pathetische und unzulängliche Schöpfung, tief unter dem Niveau der Menschheit.
(Hermann Kesten, dt. Schriftsteller, 1900-1996)
Nur zu oft sind die Götter bloße Drahtpuppen ihrer Priester.
(Christoph Martin Wieland, dt. Schriftsteller, 1733-1813)
Heute beim Aufstehen kam mir der Gedanke, wie es doch recht merkwürdig ist, daß gerade die Völker, denen die Sonne besonders heiß auf den Schädel brennt, sie als Gott verehren. Alle Sonnen- u. Feueranbeter wohnten im heißen Süden, wie die Assyrer, Phönizier, Perser. Den Völkern des Nordens ist dieser Kult nicht in den Sinn gekommen, und doch hat man in unserem Klima gewiß mehr Grund zur Dankbarkeit und Freude, wenn die seltene Sonne am Himmel sich zeigt, als da, wo sie sengende Glut und oft Gefahr und Verderben bringt. Aber die alten Germanen verehrten nicht die Sonne, sondern den Blitz und den Donner. Auch hierin zeigt sich die Hundenatur der Menschen. Sie lieben und verehren den, vor dem sie sich fürchten.
(Bismarck, preuß.-dt. Staatsmann, 1815-1898, zu Arthur von Brauer)
Ach sag ich, nützlicher als alle Bibeln
sind momentan uns unsre Volksschulfibeln!
Denn nur ein Narr beugt heut noch seinen Nacken
vor Göttern, die - aus Weizenmehl gebacken!
(Arno Holz, dt. Schriftsteller, 1863-1929)
Heutzutage wird als häufigstes Argument für die Existenz eines intelligenten Gottes die tiefe innere Überzeugung und das innere Erlebnis der meisten Menschen angeführt. Aber es kann nicht bezweifelt werden, daß Hindus, Mohammedaner und andere in derselben Weise und mit der gleichen Hartnäckigkeit für die Existenz eines Gottes oder von vielen Göttern oder, wie bei den Buddhisten, für gar keinen Gott eintreten können.
(Charles Darwin, brit. Naturforscher, 1809-1882)
Gottesdienst
Das Wort Gottesdienst sollte verlegt und nicht mehr vom Kirchengehen, sondern bloß von guten Handlungen gebraucht werden.
(G. Lichtenberg, dt. Physiker, 1742-1799, Moralische Bemerkungen)
Gotteslästerung
Es ist Religion, an keinen Gott zu glauben - ihn glauben heißt, ihn lästern.
(Ludwig Anzengruber, österr. Dramatiker, 1839-1889)
Alle großen Dinge beginnen als Gotteslästerung.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Wir leben in einem Lande, in dem einer zum Verbrecher wird, wenn er JENEN lästert, den niemand kennt.
(Hans Henny Jahnn, dt. Schriftsteller, 1894-1959)
Gottlose
Es sind nicht die Gottlosen, es sind die Frommen seiner Zeit gewesen, die Christus ans Kreuz schlugen.
(Freiin Gertrud von Le Fort, dt. Schriftstellerin, 1876-1971)
Die Irreligiösen sind religiöser, als sie es selbst wissen, und die religiösen sind's weniger, als sie meinen.
(Franz Grillparzer, österr. Dichter, 1791-1872)
Der Ungläubige glaubt mehr, als er meint,
der Gläub'ge weniger, als ihm scheint.
(Franz Grillparzer, 1791-1872, Glaube)
Götzen
Der Wilde kniet vor Götzenbildern aus Holz und Stein, der Zivilisierte vor solchen aus Fleisch und Blut.
(George Bernard Shaw, irischer. Dramatiker, 1856-1950)
Grausamkeit
Wenn ein Mensch einen Tiger tötet, spricht man von Sport.
Wenn ein Tiger einen Menschen tötet, ist das Grausamkeit.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)
Die Grausamkeit der meisten Menschen ist Phantasielosigkeit und ihre Brutalität Ignoranz.
(Kurt Tucholsky, dt. Schriftsteller, 1890-1935)
Angst ist die Hauptquelle des Aberglaubens und eine der Hauptquellen der Grausamkeit.
(Bertrand Russell, engl. Philosoph und Sozialkritiker, 1872-1970)
Die Grausamkeit gehört zu den ältesten Festfreuden der Menschheit. Folglich denkt man sich auch die Götter erquickt und festlich gestimmt, wenn man ihnen den Anblick von Grausamkeit anbietet. Und so schleicht sich die Vorstellung in die Welt, daß freiwillige Leiden, die selbsterwählte Marter einen guten Sinn und Wert haben.
(Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)
Größe
Macht besitzen und nicht ausüben ist wahre Größe.
(Friedl Beutelrock, dt. Schriftstellerin, 1899-1958)
Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen.
(Victor Hugo, franz. Schriftsteller, 1802-1885)
Ein wahrhaft großer Mann wird weder einen Wurm zertreten, noch vor dem Kaiser kriechen.
(Benjamin Franklin, amerikan. Staatsmann, Schriftsteller u. Wissenschaftler, 1706-1790)
Ein Zwerg wird nicht größer, auch wenn er sich auf einen Berg stellt.
(Seneca, römischer Philosoph, 4-65 n. Chr.)
Zwerge bleiben Zwerge, auch wenn sie auf den Alpen sitzen.
(August von Kotzebue, dt. Schriftsteller, 1761-1819)
Je kleiner der Mann, desto größer die Worte.
(Horst Wolfram Geißler, deutscher Schriftsteller, 1893-1983)
Wer die anderen neben sich klein macht, ist nie gross.
(Joahnn Gottfried Seume, dt. Dichter, 1763-1810)
Grundsatz
Menschen mit unbeirrbaren Grundsätzen sind wie Autos, die auf Schienen fahren.
(Roberto Rossellini, ital. Filmregisseur, 1906-1977)
Guillotine
Die Guillotine ist eine Maschine, die den Kopf im Handumdrehen entfernt und das Opfer nichts
anderes spüren läßt als ein Gefühl erfrischender Kühle.
(Dr. Ignace Guillotin, frz. Arzt, 1738-1814)
Gute
Von der Natur aus gibt es weder Gutes noch Böses.
Diesen Unterschied hat die menschliche Meinung gemacht.
(Sextus Empiricus, gr. Philosoph, 2. Jhd. n. Chr.)
Auf zweierlei sollte man sich nie verlassen:
Wenn man Böses tut, daß es verborgen bleibt;
wenn man Gutes tut, daß es bemerkt wird.
(Ludwig Fulda, dt. Bühnenautor, 1862-1939)
Es hat sich bewährt, an das Gute im Menschen zu glauben, aber sich auf das Schlechte zu verlassen.
(Alfred Polgar, österr. Schriftst. u. Kritiker, 1873-1955)
Tu soviel Gutes, wie Du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber.
(Charles Dickens, engl. Schriftsteller, 1812-1870)
Wer nichts Böses tut, hat damit noch nichts Gutes getan.
(Heinrich Waggerl, österr. Erzähler, 1897-1973)
Es würde viel weniger Böses auf Erden geben, wenn das Böse niemals im Namen des Guten getan werden könnte.
(Marie von Ebner-Eschenbach, österr. Schriftst., 1830-1916, Aphorismen)
Das Gute - dieser Satz steht fest - ist stets das Böse, was man läßt.
(Wilhelm Busch, Helene)
Wenn du recht betrübt bist, daß du meinst, kein Mensch auf der Welt könne dich trösten, so tue jemandem etwas Gutes, gleich wird es besser sein.
(Peter Rosegger, österr. Schriftsteller, 1843-1918)
Wer sich vornimmt, Gutes zu wirken, darf nicht erwarten, daß die Menschen ihm deswegen Steine aus dem Weg räumen, sondern muß auf das Schicksalhafte gefaßt sein, daß sie ihm welche draufrollen.
(Albert Schweitzer, ev. Theologe, Arzt u. Philosoph, 1875-1965)
Güte
Ein wenig Güte ohne alle Religion taugt tausendmal mehr als alle Religion ohne Güte.
(Karlheinz Deschner, dt. Autor u. Historiker, 1924-)