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A


Abdanken

Abdanken bedeutet, einen Vorteil um einen größeren Vorteil aufzugeben.
(Ambrose Bierce, The Devil's Dictionary)



Abendmahl

Warum sollen wir nicht mal in einer Gaststätte Abendmahl feiern? Jesus hat schließlich nichts anderes getan.
(Egino Weinert, ehemaliger Benediktinerbruder, jetzt Bildhauer, Goldschmied und Kunsthändler)



Aberglaube

Angst ist die Hauptquelle des Aberglaubens und eine der Hauptquellen der Grausamkeit.
(Bertrand Russell, engl. Philosoph und Sozialkritiker, 1872-1970)



Abgrund

Das gefährlichste Unterfangen auf der Welt ist, einen Abgrund mit zwei Sprüngen zu überqueren.
(David Lloyd George, Earl of Dwyfor, engl. Staatsmann, 1863-1945)



Harenberg
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Ablehnung

Grundsätzliche Zustimmung ist die höflichste Form der Ablehnung.
(Robert Lembke, deutscher Journalist, 1913-1989)



Abmachung

Unter zwei oder mehreren Verbündeten verpflichtet die Abmachung vor allem die Schwächeren.
(Kazimiers Bartoszewicz, poln. Satiriker und Historiker, 1852-1930)



Abneigung

Manche Leute kennt man vom Wegschauen besser als vom Hinsehen.
(Fritz Muliar, österr. Kammerschauspieler, Regisseur u. Schriftsteller, *1919)

Ein Glück, dass man nicht alle kennt, die man nicht mag.
(Michael Richter)

Man möchte zuweilen ein Kannibale sein, nicht um den oder jenen aufzufressen sondern um ihn auszukotzen.
(E.M. Ciovan)

Weniges auf dieser Welt verbindet so stark wie eine gemeinsame Abneigung gegen einen Dritten.
(Rene Clair, französischer Regisseur, 1898-1981)

Am leichtesten trifft man Leute, denen man aus dem Weg gehen will.
(Lothar Schmidt, deutscher Politologe und Schriftsteller)



Abrüstung

Abrüstungskonferenzen sind die Feuerwehrübungen der Brandstifter.
(John Osborne, englischer Schriftsteller, 1929-1994)



Abschied

Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Dingen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer.
(Michel de Montaigne, franz. Phil. & Schriftsteller, 1533-1592)

Sei nicht verzweifelt, wenn es ums Abschiedsnehmen geht. Ein Lebewohl ist notwendig, ehe man sich wiedersehen kann. Und ein Wiedersehen, sei es nach Augenblicken, sei es nach Lebenszeiten, ist denen gewiß, die Freunde sind.
(Richard Bach, amerik. Schriftsteller, *1935)

Man muß manchmal von einem Menschen fortgehen, um ihn zu finden.
(Heimito von Doderer, österr. Schriftsteller, 1896-1966)

Abschied ist die innigste Weise menschlichen Zusammenseins.
(Hans Kudszus, dt. Aphoristiker u. Schriftsteller, 1901-1977)



Abstinenzler

Abstinenzler: ein schwacher Mensch, welcher der Versuchung erliegt, sich selbst eines Vergnügens zu berauben.
(A. Bierce, amerikan. Journalist u. Schriftsteller, 1842-1914)

Abstinenzler sind Leute, die vom Verzichten nicht genug bekommen können.
(Michael Pfleghar, dt. Showregisseur, *1933)



Abtreibung

Inzwischen wimmelt das in den Slums aller Länder, die Knie der glücklichen Mütter werden von Geschöpfen umspielt, die später in den Kohlenbergwerken oder in den Ackergräben für den Profit der anderen verrecken dürfen... aber: es ist nicht abgetrieben worden. Der Kranz, der Kranz ist gerettet!
(Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller, 1890-1935)

Wenn Männer Kinder bekämen, wäre die Abtreibung längst ein Sakrament.
(Lore Lorentz, dt. Kabarettistin, 1920-1994)



Agitator

Das Geheimnis des Agitators ist, sich so dumm zu machen, wie seine Zuhörer sind, damit sie glauben, sie seien so gescheit wie er.
(Karl Kraus, österr. Schriftsteller, 1874-1936)


Aktionär

Aktionäre sind dumm und frech. Dumm, weil sie Aktien kaufen, und frech, weil sie dann noch Dividende haben wollen.
(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)



Albernheit

Albernheit ist der Prüfstein wahrer Freundschaft und auch der Liebe.
(Peter Bamm, dt. Schriftsteller, 1897-1975)

Mische ein bißchen Torheit in dein ernsthaftes Tun und Trachten! Albernheiten im rechten Moment sind etwas Köstliches.
(Quintus Flaccus Horaz, röm. Dichter, 65-8 v.Chr.)



Alkohol

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Nach einer Weile braucht er auch einen Drink.
(Woody Allen, amerikan. Schauspieler u. Regisseur, geb. 1935)

Alkohol ist keine Antwort, aber man vergißt beim Trinken die Frage.
(Henry Mon)

Trinke, wenn du glücklich bist, niemals wenn du unglücklich bist.
(Gilbert K. Chesterton, engl. Schriftsteller, 1874-1936)


Alkoholismus

Wenn Du das Trinken aufgeben willst, sehe Dir mit nüchternen Augen einen Betrunkenen an.
(Chinesisches Sprichwort)

Anonym sind wir schon - jetzt werden wir Alkoholiker.
(Ralph Bülow)



Alleinsein

Besser allein sich langweilen als in Gesellschaft. Man kann ungenierter gähnen.
(Ludwig Marcuse, dt. Literaturkritiker u. Philosoph, 1894-1971)



Alter

Jeder will alt werden, aber keiner will es sein.
(Martin Held, dt. Schauspieler, 1908-1992)

Nur ein Narr feiert, daß er älter wird.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)

Wenn wir alt werden, so beginnen wir zu disputieren, wollen klug sein, und doch sind wir die größten Narren.
(Martin Luther, dt. Reformator, 1483-1546, Tischreden)

Das Alter hört sich gern, auch wenn es nichts zu sagen hat.
(Goethe, dt. Dichter, 1749-1832)

Alter macht immer weiß, aber nicht immer weise.
(Sprichwort)

Im Alter bereut man vor allen die Sünden, die man nicht begangen hat.
(William Somerset Maugham, brit. Schriftsteller, 1877-1905)

Alter schützt vor Torheit nicht, doch es verhindert Schwangerschaft.
(Norwegische Spruchweisheit)

Alte Narren sind närrischer als junge.
(La Rouchefoucauld, franz. Schriftst., 1613-1680)

Wie alt man geworden ist, sieht man an den Gesichtern derer, die man jung gekannt hat.
(Heinrich Böll, dt. Schriftsteller, 1917-1985)

Das Menschenleben ist seltsam eingerichtet: Nach den Jahren der Last hat man die Last der Jahre.
(Goethe, dt. Dichter, 1749-1832)

Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft.
(John Knittel, schweizer. Schriftsteller, 1891-1970)

Es kommt nicht drauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.
(Werner Mitsch, dt. Aphoristiker, *1936)

Die Menschen werden alt, aber selten reif.
(Alphonse Daudet, frz. Schriftsteller, 1840-1987)

Wer nicht den Verstand seines Alters hat, der hat das ganze Unglück seines Alters.
(Voltaire, frz. Schriftst. u. Phil., 1694-1778)

Das Greisenalter, das alle zu erreichen wünschen, klagen alle an, wenn sie es erreicht haben.
(Marcus Tullius Cicero, römischer Redner, 106-43 v.Chr.)

Man wird alt, wenn die Leute anfangen zu sagen, daß man jung aussieht.
(Karl Dall, dt. Komiker, *1941)

Wer nur darauf baut, schön und begehrenswert zu sein, ja, der hat es natürlich schwer beim Älterwerden.
(Witta Pohl, deutsche Schauspielerin)

Altsein heißt für mich immer: Fünfzehn Jahre älter als ich.
(Bernard Mannes Baruch, wirtschaftspolitischer Berater, 1870-1965)

Man wird alt, wenn die Anzahl der Kerzen auf der Geburtstagstorte aus Sicherheitsgründen einen Feuerlöscher in Griffweite erfordern.
(Edmund Kreuzner, Journalist u. Hörfunkautor)

Alter spielt überhaupt keine Rolle, es sei denn, man ist ein Käse.
(Schweizer Sprichwort)

Das Alter hat auch gesundheitliche Vorteile: Zum Beispiel verschüttet man ziemlich viel von dem Alkohol, den man trinken möchte.
(Andre Gide, frz. Schriftsteller, 1869-1951)

Man wird alt, wenn man spürt, dass die Neugierde nachlässt.
(Andre Siegfried)

Das Alter hat zwei große Vorteile: Die Zähne tun nicht mehr weh, und man hört nicht mehr all das dumme Zeug, das ringsum gesagt wird.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)

Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, daß er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht.
(Curt Goetz, dt. Schriftsteller und Schauspieler, 1888-1990)

Laßt mich nicht ein alter Polterer werden, der aus Neid die jüngeren Geister ankläfft, oder ein matter Jammermensch, der über die gute, alte Zeit beständig flennt.
(Heinrich Heine, dt. Schriftsteller u. Publizist, 1797-1856)

Die Altersweisheit gibt es nicht. Wenn man altert, wird man nicht weise, sondern nur vorsichtig.
(Ernest Hemingway, amerikan. Journalist u. Schriftsteller, 1899-1961)

Du bist heute sehr vorlaut, Kind! rügte der Neunzigjährige die Siebzigjährige.
(Oliver Hassenkamp, deutscher Schriftsteller, 1921-1988)



Amerikaner

Der hundertprozentige Amerikaner ist ein neunzigprozentiger Idiot.
(George Bernhard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)

Die Amerikaner lassen die brutalsten Gewaltszenen im Kino passieren, aber sobald Nacktheit gezeigt wird, fangen sie an zu spinnen.
(Louis Malle, französischer Regisseur, 1932-1995)



Amnestie

Amnestie: Großmut des Staates gegenüber solchen Rechtsbrechern, deren Bestrafung ihm zu teuer wäre.
(Ambrose Bierce, amerikanischer Schriftsteller und Journalist,1842-1914)



Amt

Man muß die Ämter mit Leuten und nicht die Leute mit Ämtern versehen.
(August, Kurfürst von Sachsen, 1526-1586)

Ich hab' hier bloß ein Amt und keine Meinung.
(Friedrich von Schiller, dt. Schriftsteller, 1759-1805)

Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Nur werden die Ämter leider nicht von Gott vergeben.
(Gerhard Uhlenbuck, Imunbiologe u. Aphoristiker, *1929)



Amüsement

Ein Leben ohne Amüsement ist nicht viel wert. Geht es aber ausschließlich darum, läuft es für niemanden gut. Am Ende steht man mit leeren Händen da.
(Roman Polanski, polnischer Regisseur, *1933)



Anbiederung

Wenn des Zaren Schwanz schwillt, so brennt jede Lippe, ihn aufzunehmen.
(russisches Sprichwort)



Anerkennung

Anerkennung ist eine Pflanze,die vorwiegend auf Gräbern wächst.
(Robert Lembke, dt. Showmaster, 1913-1989)

Leistung allein genügt nicht. Man muß auch jemanden finden, der sie anerkennt.
(Marcel Mart, frz. Schriftsteller, *1948)

Achtung verdient, wer vollbringt, was er vermag.
(Sophokles, athenischer Tragödiendichter, 496-406 v. Chr.)



Anfangen

Worauf wartest du? Fang jetzt an!
(Peter Wrzeciono, dt. Aphoristiker)



(fremde) Angelegenheiten

Wie glücklich viele Menschen wären, wenn sie sich genausowenig um die Angelegenheiten anderer kümmern würden wie um die eigenen.
(Georg Christoph Lichtenberg, dt. Schr. u. Physiker, 1742-1799)



Angeln

Das interessanteste Geschöpf der Zoologie ist der Fisch. Er wächst noch, wenn er längst verspeist ist. Wenigstens in den Augen des Anglers...
(Ernest Hemingway, amerikan. Schriftsteller, 1899-1961)



Angst

Angst ist die Hauptquelle des Aberglaubens und eine der Hauptquellen der Grausamkeit.
(Bertrand Russell, engl. Philosoph und Sozialkritiker, 1872-1970)



Anpassung

Anpassung ist die Stärke des Schwachen.
(Wolfgang Herbst, dt. Aphoristiker und Schriftsteller, *1925)



Ansehen

Zu großes Ansehen ist für die geistige Gesundheit nicht gut.
(George Bernhard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)



Ansprüche

Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
(Konfuzius, chin. Philosoph, 551-479 v.Chr.)



Anthropologie

Wenn die Geschichte der anthropologischen Forschung irgendetwas bestätigt, so sind es die Fehler, die von Forschern begangen werden, wenn sie menschliche Verhaltensweisen im Rahmen fremder Kulturen in Kategorien interpretieren, die sie unkritisch aus ihrem begrenzten persönlichen Leben abstrahieren.
(E. Nagel, dt. Soziologe)



Antiquitäten

Antiquitäten sind der Kitsch von vorgestern zu den Preisen von heute.
(Jaques Tati, frz. Schauspieler, 1908-1982)



Antwort

Die Frage ist so gut, dass ich sie nicht durch meine Antwort verderben möchte.
(unbekannt)

Die Unmöglichkeit einer Antwort ist die Antwort selber.
(Eugène Ionesco, franz. Schriftsteller, 1909-1994 , 'Der König stirbt')

Dumme Fragen stellen kann jeder. Aber auf ernst gemeinte Fragen dumme Antworten geben, dazu gehört schon ein gewisses Können.
(unbekannt)

Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten.
(Francois G. de Levis, 1720-1781)

Zu fragen bin ich da, nicht zu antworten!
(Henry Ibsen, norweg. Dichter, 1828-1906)

Auf jede Frage eine Antwort wissen nur Dummköpfe.
(John Steinbeck, amerikan. Schriftsteller, 1902-1968)

Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt als der, der alle Antworten weiß.
(Chuang Tsu)



Aphorismen

Der Aphorismus will nicht Dumme gescheit, sondern Gescheite nachdenklich machen.
(Sigmund Graff)

Der Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb.
(Karl Kraus)

Aphorismen sind transportfähige Weisheiten, ausgesuchtester Extrakt des Denkens und Fühlens.
(William Rounseville Alger)

Aphorismus: Weisheit, vorverdaut und wiedergekäut.
(Ambrose Bierce)

Aphorismen sind Hobelspäne vom Baum der Erkenntnis.
(Hanns-Hermann Kersten)

Der Aphorismus ist wie die Biene mit Gold beladen und mit einem Stachel versehen.
(Carmen Sylva)



Appetit

Appetit ist die Luxusausgabe des Hungers.
(Anita, eigtl. Anita Daniel, amerikan. Schriftstellerin, 1902-1982)



Arbeit

Auf die Arbeit schimpft man nur so lange, bis man keine mehr hat.
(Sinclair Lewis, amerikan. Romancier, 1885-1951)

Arbeit: eines der Verfahren, durch das A dem B Eigentum erwirbt.
(Ambrose Bierce, amerikan. Journalist u. Schriftsteller, 1842-1914)

Nichts macht mir so viel Arbeit wie der Entschluss zu arbeiten.
(Gabriel Laub, tschechischer Schriftst. u. Satiriker, *1928)

Sechs Stunden sind genug für die Arbeit. Die anderen Stunden sagen zum Menschen: lebe!
(Lukian, grich. Satiriker, 120-180 n.Chr.)

Arbeit ist etwas Unnatürliches; allein die Faulheit ist göttlich!
(Anatole France, frz. Schriftsteller, 1844-1924)

Wenn Arbeiten reich macht, müssten die Mühlen den Eseln gehören.
(Sprichwort)

Arbeit ist der Fluch der trinkenden Schichten.
(Oscar Wilde, engl. Schriftsteller, 1854-1900)

Die Kunst des Ausruhens ist Teil der Kunst des Arbeitens.
(John Steinbeck, amerikan. Schriftsteller, 1902-1968)



Architektur

Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kunden nur raten, Efeu zu pflanzen.
(George Sand, eigentl. Amandine-Aurore-Lucie Gräfin de Dudevant, frz. Schriftstellerin, 1804-1876)

Die Krankheit unserer heutigen Städte und Siedlungen ist das traurige Resultat unseres Versagens, menschliche Grundbedürfnisse über wirtschaftliche und industrielle Forderungen zu stellen.
(Walter Gropius, deutscher Architekt, 1883-1969)



Ärger

Bemüh' Dich nur und sei hübsch froh, der Ärger kommt schon sowieso.
(Wilhelm Busch, dt. Dichter und Zeichner, 1832-1882)

In jeder Minute, die man mit Ärger verbringt, versäumt man sechzig glückliche Sekunden.
(William Maugham Somerset, brit. Schriftsteller, 1874-1965)



Argumente

Lautsprecher verstärken die Stimme, aber nicht die Argumente.
(Hans Kasper, dt. Hörspielautor u. Lyriker, *1916)

Die Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen.
(J.J. Rousseau, schw.-frz. Phil., 1712-1778)

Wenn Argumente fehlen, kommt meist ein Verbot heraus.
(Oliver Hassencamp, dt. Schriftsteller, 1921-1988 )

Schweigen, - mit arroganten Unterton - schlägt das schlagendste Argument.
(Oliver Hassencamp, dt. Schriftsteller, 1921-1987)

Das Argument gleicht dem Schuß einer Armbrust - es ist gleichermassen wirksam, ob ein Riese oder ein Zwerg geschossen hat.
(Francis Bacon, engl. Staatsmann u. Philosoph, 1561-1626)

Es ist sehr gefährlich, zuzuhören. Hört man zu, kann man überzeugt werden, und wer sich durch ein Argument überzeugen läßt, ist ein von Grund auf unvernünftiger Mensch.
(Oscar Wilde, engl. Schriftsteller, 1854-1900)



Armut

Arm ist nicht der, der wenig hat, sondern der, der nicht genug bekommen kann.
(Jean Guehenno, frz. Schriftsteller, 1890-1978)

Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm.
(Seneca, röm. Philosoph, 4-65 n.Chr.)

Das sicherste Mittel, arm zu bleiben, ist, ein ehrlicher Mensch zu sein.
(Napoleon I.)

Armut ist keine Schande - Reichtum auch nicht.
(Curd Götz, dt. Schriftsteller, 1888-1960)

Wer Zahnweh hat, hält jeden, dessen Zähne gesund sind, für glücklich. Der an Armut leidende begeht denselben Irrtum den Reichen gegenüber.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)

Es muß Arme geben, damit die Reichen das Gebot der Nächstenliebe überhaupt erfüllen können.
(Aus einem Hirtenbrief der Bischöfe Spaniens, 1954)

Armut schändet nicht, ist ein Sprichwort, das alle Menschen im Munde führen und keiner im Herzen.
(August von Kotzebue, dt. Dichter, 1761-1819)

Über die Armut braucht man sich nicht zu schämen, es gibt mehr Leute, die sich über ihren Reichtum schämen sollten.
(Johann Nepomuk Nestroy, österr. Komödiendichter, 1801-1862)

Geld ist besser als Armut - wenn auch nur aus finanziellen Gründen.
(Woody Allen, amerikan. Schauspieler u. Regisseur, geb. 1935)

Der wahre Charakter eines Armen offenbart sich erst dann, wenn er reich geworden ist.
(Ernst R. Hauschka, deutscher Aphoristiker, *1926)



Arroganz

Arroganz ist die Perücke geistiger Kahlheit.
(aus: 'Fliegende Blätter')



Ärzte

Der Arzt hilft immer, wenn nicht dem Kranken, so seinem Beutel.
(römisches Sprichwort)

Ärzte und Pflasterer bedecken ihren Pfusch mit Erde.
(röm. Sprichwort)

Ärzte haben Schweigepflicht, wenn es um ihre Honorare geht.
(Winfried Bornemann, dt. 'Briefmacker')

Wenn ein Arzt hinter den Sarg seines Patienten geht, so folgt manchmal tatsächlich die Ursache der Wirkung.
(Robert Koch, dt. Bakteriologe, 1843-1910)

Der Arzt verbindet nur deine Wunden. Dein innerer Arzt aber wird dich gesunden. Bitte ihn darum, sooft du kannst.
(Paracelsus, dt. Arzt, 1493-1541)

Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kunden nur raten, Efeu zu pflanzen.
(George Sand, eigentl. Amandine-Aurore-Lucie Gräfin de Dudevant, frz. Schriftstellerin, 1804-1876)



Atheismus

Atheismus ist ein notwendiger Protest gegen die Gottlosigkeit der Kirchen und die Enge ihrer Dogmen. Gott benutzt ihn als Stein um diese beschmutzten Kartenhäuser zu zerstören.
(Sri Aurobido, ind. engl. Philosoph u. Mystiker, 1872-1950)

Der Atheismus ist ein Zeichen, daß man die Religion ernst nimmt.
(Sir Karl Raimund Popper, engl. Phil. u. Wissenschaftslogiker, 1902-1994)

Wenn es einen Gott gibt, muß der Atheismus ihm wie eine geringere Beleidigung vorkommen als die Religion.
(Edmund & Jules de Goncourt, frz. Schriftsteller, 1822-1896/1830-1870)

Auf welcher Gesetzestafel steht: Die heiligen Gefühle der Theisten müssen respektiert werden, die heiligen Gefühle der A-Theisten aber nicht?
(Ludwig Marcuse, dt. Philosoph, 1894-1971)

Als ich den Leuten in Nordirland erzählte, dass ich Atheist sei, stand eine Frau im Publikum auf und fragte: "Nun gut, aber ist es der katholische oder der protestantische Gott, an den Sie nicht glauben?"
(Quentin Crisp)

Wenn ein Atheist richtig geurteilt und seine Natur zu Rate gezogen hat, so hat er Prinzipien, die zuverlässiger und immer menschlicher sind als die des Abergläubischen, der durch eine finstere oder schwärmerische Religion entweder zur Torheit oder zur Grausamkeit geführt wird. Niemals wird man die Einbildungskraft eines Atheisten so sehr vernebeln, daß man ihm glaubhaft macht, Gewalttätigkeiten, Ungerechtigkeiten, Verfolgungen, Morde seien tugendhafte oder rechtmäßige Handlungen.
(Paul Henri Thiry, Baron d'Holbach, frz. Philosoph, 1723-1789)

Der Atheist ist das größte Kompliment, das Gott sich selbst zollt: Er schafft ein Wesen, das stark genug ist, von ihm abzusehen.
(Ernst Wilhelm Eschmann, dt. Schriftsteller, 1904-1987)

Der Atheismus ist eine Form der Religion, vielleicht sogar der echten.
(Hans F. Geyer)

Ich bin ein Atheist von Gottes Gnaden.
(Luis Bunuel, span. Regisseur, 1900-1983)

Was das Glück betrifft, so haben weder Erfahrung noch Beobachtung in mir den Eindruck erweckt, daß Gläubige im Durchschnitt glücklicher oder unglücklicher seien als Glaubenslose.
(Bertrand Russell, engl. Phil., 1872-1970, Religion und Moral)

Ich verteidige den Atheismus als die notwendige und selbstverständliche Form menschlicher Intelligenz.
(Max Bense, Professor der Philosophie und Wissenschaftstheorie, 1910-1990)

Jeder vernünftige Verstand beginnt mit einem lebensbejahenden Atheismus. Er befreit die Seele von Aberglauben, Schrecken, Duckmäusertum, gemeiner Willfährigkeit und Heuchelei und schafft Raum für das Licht des Himmels.
(George Bernard Shaw, brit. Dichter, 1856-1950)

Man fragte einmal jemanden, ob es wahre Atheisten gäbe. Glauben Sie, erwiderte er, daß es wahre Christen gibt?
(Denis Diderot, franz. Schriftsteller u. Philosoph, 1713-1784)

Es ist höchste Zeit, sich wieder zum Atheismus zu bekennen.
(Friedrich Dürrenmatt, schweizer. Dramatiker u. Erzähler, 1921-1990)

Keine Philosophie, keine Religion hat jemals eine so frohe Botschaft in die Welt gebracht wie die gute Nachricht des Atheismus.
(Annie Wood Besant, engl. Philosophin u. Theosophin, 1847-1933)



Atombombe

Der Mensch hat die Atombombe erfunden. Keine Maus der Welt käme auf die Idee, eine Mausefalle zu konstruieren.
(Werner Mitsch, dt. Aphoristiker, *1936)

Selbst Atombomben können in den Dienst der Nächstenliebe treten.
(Walter Künneth, evang. Theologe, 13 Jahre nach Hiroshima)



Aufgabe

Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein, um mit großen Aufgaben betraut zu werden.
(Jacques Tati, frz. Schauspieler, 1908-1982)



Aufgeben

Versagen darfst Du, aber nie aufgeben.
(Mary Crowley)




Aufklärung

Aufklärung nennt man den Vorgang, bei dem ein Erwachsener mit Hilfe aller seiner Kenntnisse den Kindern ein Viertel von dem erzählt, was sie schon wissen.
(Wolfgang Herbst, dt. Aphoristiker und Schriftsteller, *1925)

Aufklärung ist Ärgernis; wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher.
(Karlheinz Deschner, dt. Schriftsteller u. Historiker, *1924)

Was hilft alle Aufklärung, alles Licht, wenn die Leute entweder keine Augen haben oder die, die sie haben, vorsätzlich verschließen.
(J. Chr. Lichtenberg, dt. Physiker u. Schriftsteller, 1742-1799)



Aufhören

Aufhören können, das ist nicht eine Schwäche, das ist eine Stärke.
(Ingeborg Bachmann, österr. Philosophin u. Lyrikerin, 1926-1973)



Aufopferung

Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfernn, die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast.
(George Bernard Shaw, anglo-irischer Schriftsteller, 1856-1950)



Aufrichtigkeit

Es ist gefährlich, aufrichtig zu sein, außer, wenn man auch Dumm ist.
(George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)

Die Freunde nennen sich aufrichtig. Die Feinde sind es.
(Arthur Schopenhauer, dt. Philosoph, 1788-1860)



Aufschub

Alle Menschen schieben auf und bereuen den Aufschub.
(G. C. Lichtenberg, dt. Schriftsteller & Phisiker, 1742-1799)



Aufstand

Wie viel Mühe kostet die Niederschlagung und Verhütung von Aufständen: Geheimpolizei, andere Polizei, Spitzel, Gefängnisse, Verbannungen, Militär. Und wie leicht sind die Ursachen für Aufstände zu beseitigen!
(Leo Tolstoj, russischer Schriftsteller, 1828-1910)



Aufwiegler

Ein einziger Aufwiegler taugt manchmal mehr als alle Abwiegler zusammen.
(Georg Büchner, dt. Dramatiker, 1813-1837)



Augen

Strahlende Augen erblicken eine strahlende Welt.
(Charles Tschopp, schweizer. Schriftsteller u. Aphoristiker, 1899-1982)



Auseinandersetzung

Erst wenn es um unbedeutenden Kleinkram geht, werden Auseinandersetzungen wirklich bitter.
(Henry A. Kissinger, amerikan. Politiker, *1923)

Wer sich in einer Streitfrage auf die Autorität beruft, gebraucht nicht die Vernunft, sondern eher das Gedächnis.
(Leonardo da Vinci, ital. Maler, Bildhauer u. Erfinder, 1452-1519)



Äußerlichkeiten

Wie leicht doch bildet man sich eine falsche Meinung, geblendet von dem Glanz der äußeren Erscheinung.
(Moliere, frz. Dichter, 1622-1673)

Kleider machen Leute - aber sie machen nicht den Menschen.
(Othmar Cappelmann)

Eine Rose riecht besser als ein Kohlkopf, gibt aber keine bessere Suppe ab.
(unbekannt)

Die Fassung der Edelsteine erhöht ihren Preis, aber nicht ihren Wert.
(Ludwig Börne, dt. Schriftsteller, 1786-1837, Denkrede auf Jean Paul)



Ausgaben

Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein.
(Mark Twain, amerikan. Schriftsteller, 1835-1903)



Ausländer

Deutschland den Deutschen. Probieren wir's doch mal. Wenn alle bei uns lebenden Ausländer einfach streikten, würden wir dann endlich kapieren, was wir ohne sie wären?
(Doris Dörrie, deutsche Filmregisseurin, Drehbuchautorin u. Schriftstellerin, *1955)



Ausnahme

Ausnahmen sind nicht immer Bestätigung der alten Regel. Sie können auch Vorboten einer neuen Regel sein.
(Marie von Ebner-Eschenbach, österr. Schriftstellerin, 1830-1916)



Ausrede

Alles wird teuerer, nur die Ausreden werden immer billiger.
(H.-J. Rauschenbach, dt. Fernsehjournalist)



Aussehen

Wenn man seinem Paßbild ähnlich zu sehen beginnt, sollte man schleunigst Urlaub machen.
(Vico Torriani, schweizer. Entertainer, geb.1920)



Aussteiger

Immer mehr Frauen und Männer werden zu Aussteigern, die traditionellen Erfolg gegen Lebensqualität eintauschen.
(Faith Popcorn, amerikan. Trendforscherin)



Ausstrahlung

Wer sich ständig kontrolliert und anpaßt, hat keine Ausstrahlung.
(Renate Schmidt, dt. Politikerin)



Ausweg

In kritischen Lagen soll man nicht Sündenböcke suchen, sondern einen Ausweg.
(Hanna Suchocka, ehemalige polnische Ministerpräsidentin)



Auto

Die erotische Bedeutsamkeit des Automobils wird offenbar, wenn man darauf achtet, wie viele große und elegante Wagen von häßlichen Leuten gefahren werden.
(Sigmund Graff, dt. Schriftsteller, 1898-1979)

Das Auto ist jene technische Erfindung, welche die Anforderungen an die Reaktionsgeschwindigkeit der Fußgänger beträchtlich gesteigert hat.
(Lothar Schmidt, deutscher Politologe und Schriftsteller)

Mit dem Auto ist ja die Kunst des Ankommens verlorengegangen.
(Erhart Kästner)

Man kann einen Menschen einen Lügner, Betrüger, Schurken nennen, er wird es hinnehmen - wenn man ihn aber einen schlechten Autofahrer nennt, wird er rabiat.
(Tony Curtis, amerikan. Schauspieler, *1925)



Autobahn

Autobahn - Deutschlands größte Psychiatrie
(Henning Venske, dt. Kabarettist)

Wer auf der Autobahn im Bereich von Vorsortierräumen, die durch Aufstellung von fahrstreifengegliederten Vorwegweisern eingerichtet sind, auf der durch eine breite Leitlinie abgetrennten Rechtsabbiegespur an den für den Geradeausverkehr bestimmten Richtungsfahrbahnen befindlichen Fahrzeugkolonnen rechts vorbeifährt, ohne nach rechts abbiegen zu wollen, und anschließend nach links in eine Fahrzeuglücke einschert, überholt rechtswidrig rechts.
(Beschluß des Oberlandesgerichts Düsseldorf, 1993)



Autodafé

Man veranstaltet prunkvolle Autodafés, bei denen man, manchmal vor 200.000 Zuschauern, Menschen massenweise ermordet. Man steckt sie auf ihrem letzten Weg noch unter einen Narrenhut, zwickt sie mit glühenden Zangen, schlägt ihnen zuweilen die rechte Hand ab und singt dann, während sie, je nach Windrichtung, ersticken oder langsam verbrennen: 'Großer Gott, wir loben dich.'
(Karlheinz Deschner, dt. Kirchenkritiker, 'Die Kirche des Unheils')

Man warf Montezuma vor, daß er Gefangene seinen Göttern opfere: was würde er wohl gesagt haben, wenn er ein Autodafé gesehen hätte?
(Voltaire, frz. Schriftsteller u. Philosoph, 1694-1778)




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