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| Autor: | Johann Nepomuk Nestroy |
| Zum Autor: | Österreichischer Lustspieldichter, Schauspieler & Schriftsteller, 1801-1862 |
| Literatur: | Johann Nepomuk Nestroy bei Amazon.de |
Über die Armut braucht man sich nicht zu schämen, es gibt mehr Leute, die sich über ihren Reichtum schämen sollten.
Strenge Moralisten sagen: Um Glücklich zu sein, muß man alle Leidenschaften aus sich verdammen. Dieser Rat ist ungefähr so gut, als wie wenn man einem, der über enge Stiefel klagt, sagt, er soll sich beide Füß' amputieren lassen, damit er kein Verdruß mehr mit dem Schuster hat.
Ein Zensor ist ein menschgewordener Bleistift oder ein bleistiftgewordener Mensch.
Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition.
Die Zensur ist das lebendige Geständnis der Großen, dass sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.
Das Glück ist eine leichtfertige Person, die sich stark schminkt und von ferne schön ist.
Zuviel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zuviel Mißtrauen immer ein Unglück.
Kaum ist die Ernte einer Erfahrung eingebracht, wird der Acker vom Schicksal neu umgepflügt.
Zuviel plauschen die Weiber erst, wenn sie alt sind. Wenn sie jung sind, verschweigen sie einem zuviel.
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